Druckschrift 
2 (1893)
Entstehung
Seite
46
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Die Jch-Sucht.

I.rtsmickors,

U^rrlrn, lVlvrrüins,kvrins,knclors.^

Es folgen elf weitere Strophen von ganz derselben Mache,deren Anführung ich mir natürlich erspare, und dann dieseSchlußstrophc:

,,/mlmn, Liölis,kspsins, Kains,

Irsno! . . .kt.j'on onlilis."

Und ich vergesse noch welche." Das ist die einzige vonden sechzig Zeilen desGedichtes", die einen Sinn hat,während die übrigen 59 blos aus Frauennamen bestehen.

Was Catnlle MendöS beabsichtigt, ist ja klar genug. Erwill den Geisteszustand eines Lüstlings zeigen, der in der Er-innerung an alle die Frauen schwelgt, die er geliebt oder mitdenen er geliebelt hat. Die Aufzählung ihrer Namen soll imLeser üppige Vorstellungen einer Schaar von Mädchen, die derLust dienen, Bilder eines Harems oder des MahomedschenParadieses erwecken. Aber abgesehen von der Länge des Ver-zeichnisses, die dieses unausstehlich langweilig und erkältendmacht, erreicht Mendss die beabsichtigte Wirkung auch auseinem zweiten Gnmde nicht: weil er durch seine Künstelei demersten Blick die tiefe Unwahrheit seiner angeblichen Regungverräth. Wenn vor dem innern Auge des Fraucnknechts dieGestalten der Geführtinen seiner Schäferstunden aufsteigen under wirklich den Drang empfindet, ihre Namen zärtlich vor sich hinzu murmeln, dann denkt er gewiß nicht daran, diese Namenauch noch zu Wortspielen zu ordnen (^.Ux-Ickins^, ^Kusv-kneile^, .Uvrrlm->lvrrliii>s" u. s. w.). Ist er kaltblütig genug,diese trockene Schreibtisch-Arbeit zu machen, so kann er sich