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2 (1893)
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I. Psychologie der Jch-Sucht.

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zu jenem Caligula-Wahnsinn, in welchem der Gestörte sichrühmt, einlachender Löwe" zu sein, sich über alle Schrankender Sittlichkeit und des Gesetzes erhaben dünkt und der ganzenMenschheit einen einzigen Kopf wünscht, um ihn ihr abschlagenzu können.

Dem Leser, der mir bisher gefolgt ist, wird, denke ich, diePsychologie der Jch-Sucht nunmehr verständlich sein. Wie wirgesehen haben, entsteht das Jch-Bewußtsein aus der Empfindungder Lebensvorgänge in allen Theilen unseres Körpers und dieVorstellung des Nicht-Jchs aus den Veränderungen in denSinnesorganen. Wie wir überhaupt zur Annahme des Vor-handenseins eines Nicht-Jchs gelangen, ist oben ausführlich dar-gestellt worden, braucht also hier nicht wiederholt zu werden.Wenn wir den festen Boden völlig gesicherter Thatsachen ver-lassen und uns auf den etwas schwankendem Grund wahr-scheinlicher Annahmen vorwagen wollen, so können wir sagen,daß das Jch-Bewnßtsein im Sympathikus-System, die Vor-stellung des Nicht-Jchs im Hirn- und Rückenmark-System ihreanatomische Unterlage haben. Im gesunden Menschen tritt dieWahrnehmung der inneren Lebensvorgänge nicht über die Be-wußtseins-Schwelle. Das Gehirn empfängt seine Anregungenweit mehr von den Sinnes- als von den Sympathikus-Nerven.Im Bewußtsein überwiegt also die Vorstellung der Außenweltdas Jch-Bewußtsein weit. Im Entarteten sind entweder dieinneren Lebensvorgänge krankhaft gesteigert oder verlaufen regel-,widrig und werden daher vom Bewußtsein fortwährend wahr-genommen; oder die Sinnesnerven sind stumpf und die Wahr-nehmungs-Zentren schwach und träge; oder diese beiden Ab-weichungen von der Norm sind zugleich vorhanden; in allendrei Füllen ist die Wirkung die, daß im Bewußtsein die Jch-Vorstellung sehr viel stärker vertreten ist als das Bild derAußenwelt. Der Jch-Süchtige kennt und begreift daher dieWelt-Erscheinung nicht. Die Folge davon ist Mangel an Theil-