Druckschrift 
2 (1893)
Entstehung
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Die Jch-Sucht.

nähme und Mitgefühl (Sympathie) und Unfähigkeit, sich anNatur und Menschheit anzupasfen. Die Gefühllosigkeit undAnpassungs-Unfähigkeit, häufig von Verirrung der Triebe undZwangs-Antrieben begleitet, macht aus dem Jch-Süchtigen eingesellschaftfeindliches Wesen. Er ist ein sittlich Irrsinniger, einVerbrecher, ein Pessimist, ein Anarchist, ein Hasser der Mensch-heit, und zwar all das entweder blos in seinen Gedanken undEmpfindungen oder auch in seinen Thaten. Der Kampf gegenden gesellschastfeindlichen Jch-Süchtigen, seine Ausscheidung ausdem Gesellschafts-Körper, ist eine nothwcndige Verrichtung desletztem und wenn er dazu nicht im Stande ist, so ist dies einAnzeichen schwindender Lebenskraft oder schwerer Erkrankung.Duldung oder gar Bewunderung des theoretisirenden oderhandelnden Jch-Süchtigen beweist, daß gleichsam die Nierendes Gesellschafts-Organismus ihre Schuldigkeit nicht thun, daßdie Gesellschaft an der Brightschen Krankheit leidet.

In den folgenden Kapiteln werden wir die einzelnen Formenstudiren, in welchen die Jch-Sucht sich im Schristthum kund-gibt, und Gelegenheit finden, Vieles, was hier nur angedeutetzu werden brauchte, ausführlich zu behandeln.