I. Psychologie der Jch-Sucht.
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nische Beschaffenheit dazu verurtheilt, ein Pessimist und einJakobiner zu sein. Aber die Umwälzungen, die er wünscht,predigt und vielleicht thatsächlich macht, sind für den Fort-schritt unfruchtbar. Er ist als Revolutionär, was eine Über-schwemmung oder ein Wirbelstnrm als Straßenkehrer wäre.Er ist kein zielbewußter Aufräumer, sondern ein blinder Zer-störer. Das unterscheidet ihn von dem geistesklaren Neuerer,von dem wirklichen Revolutionär, der ein Reformer ist und dieversumpfende, leidende Menschheit von Zeit zu Zeit aus müh-seligen Pfaden in ein neues Kanaan führt. Der Reformerwirft, wenn nöthig, mit rücksichtsloser Gemalt, störend gewordenesGetrümmer nieder, um Platz für zweckmäßige Bauten zu schaffen;der Jch-Süchtige rast gegen Alles, was aufrecht steht, es seibrauchbar oder unnütz, und denkt nicht daran, nach der Ver-wüstung den Baugrund zu säubern; seine Freude ist es, unkrant-übermucherte Schutthaufen zu sehen, wo früher Mauern undGiebel ragten.
Das gräbt eine unüberbrückbare Kluft zwischen dem ge-sunden Revolutionär und dem ich-süchtigen Jakobiner. Jenerhat positive Ideale, dieser nicht. Jener weiß, was er anstrebt,dieser hat keine Ahnung davon, wie das, was ihn ärgert, bessergemacht werden soll. Er denkt gar nicht so weit. Er be-schäftigt sich gar nicht mit der Frage, was an die Stelle desVernichteten treten soll. Er weiß nur, daß ihn Alles verdrießt,und er will seinen polternden, verworrenen Unmuth daran aus-lassen. Es ist denn auch bezeichnend, daß das alberne Auf-lehnnngs-Bedürfnis dieser Art von Umstürzlern sich häufiggegen eingebildete Nebel wendet, kindische Ziele verfolgt odergeradezu weise und wohlthätige Gesetze bekämpft. Da bildensie einen „Bund gegen das Grüßen durch Hutabnehmen", dortwidersetzen sie sich dem Impfzwang, ein andermal eifern siegegen die Volkszählung und sie haben die lächerliche Dreistig-keit, diese blödsinnigen Feldzüge mit denselben Reden und Ge-