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Die Jch-Sucht.
rühmten Stelle l) bezeichnet Tame „übertriebene Eigenliebe" und„dogmatisches Klügeln" als die Wurzeln des Jakobinismus; jeneführe zur Geringschätzung und Verwerfung der Einrichtungen,die man fertig vorfindet, also nicht selbst erfunden oder ge-wählt hat, dieses betrachte den Gesellschaftsbau als unsinnig,weil er „nicht ein Werk der Logik, sondern der Geschichte" ist.Neben diesen beiden Wurzeln des Jakobimsmus, die Taineanfgedeckt hat, gibt es aber noch eine andere, die wichtigste, dieseiner Aufmerksamkeit entgangen ist: das ist die Unfähigkeit desEntarteten, sich nach einer gegebenen Decke, sie sei wie immerbeschaffen, zu strecken. Der Jch-Süchtige ist durch seine orga-
H. Taine, Rss originss äs In Uranos sonksmporaino. RaRevolution. Roms II: Ra oongusts saeodius. 2dms öclition. Paris,1881. S. 10: „Weder übertriebene Eigenliebe noch dogmatisches Klü-geln sind im Menschengeschlechts selten. In allen Ländern bestehen diesebeiden Wurzeln des Jakobinismus unterirdisch und imzerstörbar. Ueber-all sind sie durch die bestehende Gesellschaft niedergedrückt. Ueberallsuchen sie den alten geschichtlichen Bau, der mit seiner ganzen Wuchtauf ihnen lastet, zu sprengen. . . Mit zwanzig Jahren, wenn einjunger Mensch ins Leben eintritt, wird seine Vernunft ebenso wie seinStolz verletzt. Welches immer die Gesellschaft sei, die ihn in sich be-greift, sie ist ein Aergerniß für die reine Vernunft; denn es hat sie keinphilosophischer Gesetzgeber nach einem einfachen Grundsätze aufgebaut;auf einander folgende Geschlechter haben sie nach ihren vielfachen undwechselnden Bedürfnissen eingerichtet. . . Ferner: die Einrichtungen,Sitten und Gesetze mögen noch so vollkommen sein, da sie vor ihmdagewesen sind, so hat er ihnen nicht freiwillig zugcstimmt; Andere,seine Vorgänger, haben für ihn gewählt und ihn zum Voraus in diesittengesetzliche, staatliche und gesellschaftliche Form eingeschlosscn, dieihnen beliebte. Niemand fragt, ob sie ihm mißfällt; er muß sie er-dulden und er schreitet gleich einem Ziehgaul zwischen zwei Sielenunter dem Geschirr dahin, in das man ihn eingespannt hat. . . WasWunder, daß er sich gegen den Rahmen aufzulehnen sucht, iu den er,er mag wollen oder nicht, eingerciht ist? . . . Daher kommt es, daßdie meisten jungen Leute . . . beim Abgänge vom Gymnasium mehroder weniger Jakobiner sind. Es ist eine Wachsthums-Krankheit."