I. Psychologie der Jch-Sucht.
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ständig ab. In dem systematisch ausgearbeiteten Delirium desGrößen- und Verfolgnngswahnsinnigen spielt das Nicht-Jch diehervorragendste Rolle. Der Kranke erklärt sich die Wichtigkeit,die sein Ich in seinen eigenen Augen erlangt, durch die Er-dichtung einer großartigen, allseitig anerkannten gesellschaftlichenStellung oder einer unerbittlichen Feindschaft mächtiger Per-sonen oder Gruppen. Er ist Papst oder Kaiser und seineVerfolger sind Staatsoberhäupter oder große gesellschaftlicheGewalten, die Polizei, die Geistlichkeit u. s. w. Sein Deliriumrechnet also mit Staat und Gesellschaft, es räumt deren Be-deutung ein und mißt in dem einen Falle den Huldigungen,im andern der Feindseligkeit der Mitmenschen den größtenWerth bei. Der Jch-Süchtige dagegen hält es durchaus nichtfür nöthig, sich in eine erfundene gesellschaftliche Stellunghineinzuträumeu. Er bedarf der Welt und ihrer Anerkennungnicht, um es in seinen eigenen Augen zu rechtfertigen, daß erselbst der Gegenstand seines einzigen Interesses sei. Er siehtdie Welt gar nicht. Die anderen Menschen bestehen einfachnicht für ihn. Das ganze Nicht-Jch erscheint nur als ver-schwommener Schatten oder dünnes Gewölk in seinem Bewußt-sein. Er kommt also gar nicht auf den Einfall, daß er etwasBesonderes, daß er mehr als die Anderen und aus diesemGrunde entweder bewundert oder angefeindet sei, er ist ebenallein in der Welt, ja er ist allein die Welt und alle Anderen,die Menschen, die Thiere, die Dinge, find unwesentliche Staf-fage, denen man keinen Gedanken zu widmen braucht.
Je geringfügiger die Störungen in den Leitungsbahnen,den Ernährungs-, Wahrnehmungs- und Willenszentren find,umso schwächer ist natürlich die Jch-Sucht ausgeprägt undumso harmloser gibt sie sich kund. Ihre am wenigsten an-stößige Aeußerung ist die oft belustigende Wichtigkeit, die derJch-Süchtige seinen Empfindungen, Neigungen und Tätig-keiten zuschreibt. Ist er Maler, so zweifelt er nicht daran, daß