784 Geschichte der K r c u z z ü g e. B u 6) VIH. K a p. XXII.
von Jerusalem als päpstlicher Legat nach Paris und verküi»digte Anordnungen wegen eines Kreuzzugs, welchen einegroße Zahl von französischen Baronen und Rittern am nächst-folgenden Pfingstfeste anzutreten versprochen hatte keineraber derer, welche damals durch das Kreuzgelübde zur Meer- !fahrt sich verpflichtet hatten, dachte ernstlich daran, seineVerbindlichkeit zu erfüllen. Das Aufsehen, welches durchdas seit dem Jahre izo/ wider die Templer von Clemensdem Fünften verhängte Rechtsverfahren in der ganzen Chri-stenheit erregt wurde, begünstigte keinesweges die damaligenBemühungen des päpstlichen Hofes für die Befreyung desheiligen Landes. Wenn auch in den nachfolgenden Jahrenin den Häfen von Genua, Venedig oder Pisa Ausrüstungenvon Schiffen zum Kriege gegen die Ungläubigen angefangen >wurden, so kamen die beabsichtigten Unternehmungen ent-weder gar nicht zu Stande, oder beschränkten sich auf unbe-deutende Naubzüge; und die nochmaligen Rüstungen derJohanniter zur Befreyung des heiligen Landes hatten keineandere Wirkung, als die Festsetzung dieses Ritterordens aufder Insel Rhodus im Jahre izio. Ohnehin wurde die Auf-merksamkeit der abendländischen Fürsten schon seit dem drit-ten Jahrzehende des vierzehnten Jahrhunderts auf die dro-hende Stellung, welche die Türken in Kleinasien genommenhatten, und deren wiederholte Uebergänge nach den europäi-schen Ländern des griechischen Kaiserthums gerichtet und
dadurch noch mehr als zuvor von dem heiligen Lande abge-lenkt. Mitten unter den Besorgnissen, welche die wachsende 'Macht der osmanischen Türken erregte, ließ jedoch der PapstJnnocenz der Sechste durch den Bischof Peter Thomasius
>Lü) S- Ve»l. IV. - des oSmanischen Reichs Th. I, Buch
S- Jos. v. Hammer Geschichte IV. S. iso folg.