7ä6 Geschichte der Krenzzüge. Buch VHI. Kap.XXII.
Da keiner der versammelten Hanpklcute einen zweckmäßigenNath anzngeben wußte, so trat der Patriarch Nikolaus aufund hielt eine verständige Nede, in welcher er mit eben sogroßer Klarheit als Beredsamkeit den versammelten Kriegs-männern verstellte, daß für die Christen kein anderes Mit-tel der Rettung aus dieser Noth vorhanden wäre, als tapfe-rer Kampf und Vertrauen zu Gott; denn von den Sara-cenen sey Schonung nicht zu erwarten, da in der ausgeleertenStadt weder ihre Habsucht durch Geld und Maaren, nochihre Wollust durch schöne Frauen Befriedigung finden würde,und ein Ausweg zur Flucht stehe den Christen nicht offen.Er ermahnte sie zugleich in dieser Rede, den verdienstlichenTod für den Heiland nicht zu scheuen. „So einer voneuch," sprach der Patriarch, „von seinem Lehensherrn aus-geboten würde, dessen Ehre wider Einen Feind oder mehrerezu vertheidigen, so würde er sicherlich, sowohl um seineTreue zu bewahren als um Schimpf von sich und seinenNachkommen abzuwenden, lieber im tapfer» Kampfe sterbenals den Vorwurf der Feigheit auf sich laden. Christus aberist unser aller Lehensherr, und Jeder möge denken, daß ihnder Heiland aufgeboten habe, sein Erbtheil nach der durchden Lehenseid beschworenen Pflicht gegen die Ungläubigenzu vertheidigen." Der Patriarch Nikolaus fügte zu dieserErmahnung den Trost, daß trotz der zahllosen Menge derFeinde der geringen Zahl der christlichen Krieger, wenn siemit wahrem Vertrauen zu Gott des Kampfes sich unter-wänden, es nicht unmöglich scyn würde, den Sieg zu er-langen, wie der Ausgang des Kampfes am vorhergehendenTage bewiese; denn nicht mehr als sieben tausend christ-liche Streiter hätten in diesem Kampfe zwanzig tausendSaraccnen erschlagen und das feindliche Heer wieder auS