744 Geschichte der Kreuzzüge. DilchVIU. Kap.XXII.
Da unter seichen Umständen das schlimmste Schicksalfür die belagerte Stadt befürchtet werden mußte: so begabsich der Meister der Templer^), nachdem er mit den Mei-stern und Brüdern der andern Orden sich berathen harte, indas Lager der Saracenen, um noch einmal es zu versuchen,ob nicht der Sultan bewogen werden könnte, einen Waffen-stillstand zu bewilligen; und weil die Templer seit längererZeit mit den Saracenen in bessern: Vernehmen standen alsdie übrigen syrischen Barone und Ritter^), so fand derMeister geneigte Aufnahme, und der Sultan Alaschraf er-klärte sich bereit, den Christen Frieden zu gewähren unterder Bedingung, daß für jeden christlichen Einwohner vonPtolemais eine venetiamsche Zechine ") als Buße bezahltwürde. Als aber der Meister der Templer dem Volke, wel-ches in der Kirche des heiligen Kreuzes sich versammelt hatte,über den Erfolg seiner Unterhandlungen mit dem SultanBericht erstattete, und wegen des innern Unfriedens, wel-cher in der Stadt täglich heftiger würde, die angebotene Ve-
mus xro victoria oruci» animas tra-dere, Nacciro vacavant, et cum tu-ha ad arma popuium cxcitaret, iliicirca moUia dcditi, IVIartc xostxo-sito, ai) ampioxidns Veireris pootuscd draclria noir soivcNanc,"
46) Als der damalige Meister derTempler, also als Nachfolger desWilhelm von Bcauieu, wird vonHermann Cornerns l r- 945- 944),bei> welchem sich die einzige Nachrichtüber diese Verhandlungen findet, ge-nannt Noi^carpus, miles multumLstutns et streuuus. Vgl. tlirroii.ord. eg. reutou. x. 754. 725. Nachder gewöhnlichen Annahme aber kamder Meister Wilhelm von Beaujeuerst wahrend der Belagerung vonPtolemais um, und an dessen Stelle
wurde sofort noch zu Ptolemais Mo-nachuS Gaudini gewählt. Aber we-der der de cxcidio Lc-
conis sp. 735. 784), noch MarinusSanutus (x. 2Zi). welche den ToddcS damaligen Meisters der Templererzählen, nennen beiz dieser Gelegen-heit seinen Namen. Vgl. W. F.Wilke, Gesch. des Tempelherrnordcnst. S. 217. 02z. 224.
47) Nach CorneruS war der Meisterder Templer für seine Person mit demSulran befreundet sSoldauus sidivaiäo amicus orat ct tamiliaris).lieber das damalige gute Verhältnis!der Templer mit den Saracenen s.oben Kap. xxij S. 604.
48) ^uus donarius Veiictiattns,tlcrm. Ooruer.