738 Geschichre der Kreuzzüge. BuchVIII. Kap.XXII.
schmückt, und künstliche Leitungen führten in diese anmuthi-gen Garten erfrischendes Wasser. Prachtvolle Palaste, gleich-wie Burgen mit Mauern und Gräben umgeben, welche anden äußern Enden der Stadt von dem Könige von Jerusa-lem, dem Fürsten von Antiochien, den, Grafen von Joppe,dem Feldhauptmann des Königs von Frankreich, den Herrenvon Tyrus, Arsuf, Cäsarea, Jbelin und andern syrischenBaronen waren erbaut worden, gaben den Theilen derStadt, in welchen sie sich befanden, ein eben so eigenlhüm-liches als stattliches Ansehen. In der Mitte der Stadt hat-ten die Kaufleute und Handwerker ihre Wohnungen, jedesGewerbe in einer eigenen nach demselben benannten Straße;die Kaufleute, welche aus verschiedenen Gegenden, nicht nuraus Venedig, Genua und Pisa, sondern auch aus Rom,Florenz, Paris, Constantinopel, selbst aus Damascus, Aegyp-ten und dem nördlichen Africa nach Ptolemais gekommenwaren und daselbst sich angesiedelt hatten, bewohnten be-queme und zierliche Häuser, und ihre gefüllten Waarenlägerzeugten von ihrem Wohlstände und der Lebendigkeit ihresHandels. Die Straßen waren breit und geräumig und vonder äußersten Reinlichkeit; über denselben wurden zum Schutzegegen die Hitze der Sonne seidene oder andere zierliche Tü-cher ausgespannt, und an der Ecke jeder Straße befandsich ein Thurm, welcher durch eiserne Pforten und starkeKetten gesichert war. Da aus allen Gegenden des Abend-landes und Morgenlandes nach dieser reichen Stadt die Er-zeugnisse der Natur und des Kunstfleißes zu Lande und zurSee im Ueberflusse gebracht wurden: so waren daselbst stetsnicht nur die reichlichsten Mittel zur Befriedigung jedesnochwendigen Bedürfnisses des Lebens vorhanden, sondernauch alles, was zu einem verfeinerten Lebensgenüsse gehörte;und Ptolemais war daher der Sitz jeder Ueppigkeit. Keine