Turniere der Kreuzfahrer in Frankreich. 68S
chenversammlung von Lyon zum Trotze mit einem bis dahinunerhörten Aufwands Turniere zu halten, in welchen zweytausend Ritter wider einander kämpften; indem sie den Vor-wand gebrauchten, daß diese Waffenübungcn ihnen als Vor-bereitungen zum Kampfe wider die Ungläubigen dienten;sie bewirkten sogar einen Befehl des Königs Philipp, durchwelchen geboten wurde, solche Turniere drey Mal im Jahreanzustellen; und der König ermunterte seine Ritter zu diesenKainpfspielen dadurch, daß er denen, welche nicht berittenwaren, Pferde schenkte Der Cardinal Simon von SauetCäcilia, damaliger apostolischer Legat in Frankreich, ver-säumte es zwar nicht, den König Philipp zur Zurücknahmejenes Befehls, welcher mit den Geboten der Kirche im Wi-derspruche stand, zu bewegen; er hinderte aber gleichwohlnicht die fernere Abhaltung der Turniere ^), obgleich ber-eutem derselben das Unglück sich ereignete, daß der GrafRobert von Clermont, ein trefflicher Ritter, welcher zwarerst nicht lange zuvor die Ritterwürde empfangen hatte, abergroße Erwartungen erweckte, von seinen Gegnern mit Streit-kolben auf den Kopf so heftig geschlagen wurde, daß er inlebenslänglichen Wahnsinn verfiel^). Der Papst Nikolausder Dritte erließ wegen solcher unzeitigen Nachgiebigkeit einenstrafenden Brief an seinen Legaten und befahl ihm, das vonder Kirchenversammlung zu Lyon gegen die Turniere ausge-sprochene Verbot geltend zu machen, wider alle Grafen, Ba-rone, Ritter und Andere, welche ferner an den verbotenenWaffeuspielen Antheil nehmen wurden, den kirchlichen Bannzu verfügen und an jedem Sonntage und Festtage unterdem Geläute der Glocken und bey angezüudeten Wachskerzen
78) 6»il. üo äe xcsti»
rliilioot III. (axuä OuLlresilü r. V.)p. 557.
79) NaiiiLia. »a L. 1279 h. 16.go) Oii.il, äs ktsnx, I. v. 1279.