Der Papst Gregor X. 627
gelangte aber erst dann nach Syrien, als der König Hugovon Cypern und Jerusalem schon einen zehnjährigen Waffen-stillstand mit dem Sultan Bibars geschlossen hatte, und derPrinz Eduard zur Rückkehr nach dem Abendlande ent-schlossen war.
Neben manchen andern widerwärtigen Erfahrungen,welche Gregor während seines Aufenthaltes im heiligen Landegemacht hatte, war ihm auch die schmerzliche Bemerkungnicht entgangen, daß abendländische christliche, vornehmlichgenuesische Kaufleute, von verächtlicher Gewinnsucht getrie-ben, den Saraccnen die Waffen lieferten, mit welchen dieStreiter des Heilandes bekämpft wurden. Er schrieb daherschon in den ersten Monaten seiner päpstlichen Regierung andie Hauptlente, den Rath und die Gemeinde von Genuaeinen strafenden Brief"), j„ welchem er den heftigsten Un-willen über einen so schändlichen Verkehr der Christen mitden Ungläubigen aussprach und die Grausamkeit und Bos-heit des Sultans Bibars mit den stärksten Farben schilderte,indem er den Genuesern einen Zug der Ruchlosigkeit diesesSultans mittheilte, welchen er selbst im heiligen Lande ausdem Munde eines der Brüder des Ordens der Dreyfaltig-keit, deren Beruf es war, gefangene Christen aus der Skla-verei) der Saracenen zu erlösen, vernommen hatte. Alsdieser Mönch einen Befehl des Sultans, daß einige gefan,gene christliche Weiber mit ihren Säuglingen aus dem Ge-fängnisse entlassen werden sollte», erwirkt hatte: so wurdeauf unerwartete Weise die Vollziehung dieses Befehls ver-weigert; und da der Mönch deshalb Klage bey dem Sultanselbst erhob, so gab dieser zur Antwort, er hätte seinen Be,fehl zurückgeuommen, weil zu befürchten wäre, daß die
aal Erlassen Im Lateran am zr.März 1272 bc>> RalnalduS a.a O. §,»3->ü.
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