Beschluß des Kriegs gegen Tunis. 547
und allgemeines Befremden, daß die gleichzeitigen Lebeusbe-schreiber des frommen Königs") es für noihwendig achten,denselben ausführlich zu rechtfertigen, indem sie berichten,daß einerseits Ludwig, nachdem er schon mehrere Male Ge-sandtschaften mir dem Könige von Tunis gewechselt, dieUeberzeugung von der Hinneigung desselben zum Christen-thume gewonnen und daher die Hoffnung gehegt hatte, die-ser saracenische König würde, sobald eine zwingende Ver-anlassung einträte, mit seinem Volke sich taufen lassen;andererseits aber der König Ludwig sowohl als seine Baroneerwogen hätten, wie nicht nur dem Sultan von Aegyptender Verlust dieser Stadt, welche ihm beträchtlichen Beystandan Kriegern, Pferden und Waffen leiste, höchst empfindlichseyn, sondern auch den Christen die Eroberung derselben sehrgroße Hülfsmittel zur weitern Bekämpfung der Ungläubigendarbielen würde, weil Tunis seit langen Zeiten von Nie-manden erobert, durch Handel blühend und daher eine anGold, Silber und allen andern Schätzen sehr reiche Stadtwar. Indem jene Lebensbeschreiber diese Gründe als dieHauptgründe bezeichnen, bemerken sie jedoch, daß Ludwig
4r) Oarrkriä. sie Dello loao z>. 462,und die Bemerkungen dieses Schrift-stellers sind auch von Wilhelm vonNangiS la. a. O.) ausgenommenworden.
421 Abu Abdallah Mohammed Mo-stansir Billaft aus der im Jahre -aoödurch Abu Mohammed Abdallah, denSohn deS Abu HasS, gegründetenDynastie. Oie Vorfahren deS AbuAbdallah Mohammed waren den Al-mohaden, Beherrschern von Afrikaund Spanien, zinsbare Fürsten; erstAbu Sakaria, sein Vater, hatte sichunabhängig gemacht und nicht nurseine Herrschaft über Tremescn, Scd-
schelmessa und Ceuta ausgedehnt, son-dern auch in Sevilla, Taliva, Malagaund Granada wurde er als Herrscheranerkannt- Abu Abdallah war sei-nem Water, welcher 2z Jahre regierthatte, auf dem Throns in demselbenJahre nachgefolgt, in welchem Lud-wig der Heilige in Aegypten landeteund der Stadt Damiettc sich bemäch-tigte. Vgl. Oe Ouignes Iiistoire äo»IIuiis, Oivrc VI. dr. XXX. Lilve-
lait euere I-Iriili^e - Io - Oarüt et leror cie Illmis, im louriral asiarigi»;
VII. s 1825. g.) x, iZg. keiuaustOxtraits p. Z2o.
M m 2