487
Verlust von Safed.
schiliei, von den Ufern des Jordans in das Lager vor Safedzu bringen; und wenn alle Andere von solcher Anstrengungerschöpft sich ansruhten, so blieb der Sultan unermüdet.Obgleich die Belagerung noch im Ramadan oder Fastenmo-nate der Mvslims begonnen wurde, so ward die Bestür-mung keinen Tag unterbrochen; und als an dem Feste, mitwelchem das Ende der Fasten gefeyert wurde, die Emirenach gewohnter Weise zu dem Sultan sich begaben, um ihnan diesem feyerlichen Tage zu begrüßen, und einer von ihnenauf dem Wege durch einen Steinwurf verwundet wurde: soließ ihnen Vibars befehlen, zu ihren Posten zurückzukehrenund die Arbeiten der Belagerung zu fördern, indem er ihrerBegrüßung nicht bedürfte. So wie im Lager vor Arsuf derSultan mit der größten Strenge auf Zucht und gute Sittengehalten hatte, eben so versiattete er im Lager vor Safedkeinem seiner Soldaten den Genuß des Weins, welcher selbstam Veiramsfeste bey Strafe des Stranges untersagt war.Dagegen sorgte der Sultan mit großer Aufmerksamkeit fürdie verwunderen Mvslims; und in einem seitwärts errich-teten Zelte waren beständig ein Arzt und ein Wundarzt an-wesend, um die Verwundeten, welche dahin gebracht wurden,zu verbinden. Indem Bibars durch persönliche Theilnahmean allen Arbeiten und Gefahren der Belagerung seine Sol-daten ermunterte, ließ er es auch nicht an Belohnungenmangeln, und hundert Goldstücke wurden demjenigen ver-heißen, welcher die ersten Steine von der Mauer der bela-gerten Stadt herabwerfen würde. So wie er Unverdrossen-heit und Tapferkeit belohnte, so strafte er auch jede Nach-lässigkeit und Schlaffheit. Als am 21. Julius die Bestürmung 21. Jui.der Stadt vom Aufgange der Sonne an bis zum Mittagegedauert hatte, und die Truppen in der Mittagsstunde nachihrer Gewohnheit sich ausruhten, so wurde Bibars sehr