vor einigen Jahren mehrere französische Zeitungenvon einem noch lebenden Abkömmling des berühm-ten Großmeisters Jacques Molay, dem Marquisde Samte-Croix, und bei der Erwähnung seinerhäufigen Reisen nach Rom zogen sie daraus denSchluß, diese Reisen hätten den Zweck, jenen Or-den wieder herzustellen. Diesen Gerüchten wider-sprach jedoch der Marquis auf das nachdrücklichste.Dessen ungeachtet wollen viele angesehene und glaub-würdige Personen behaupten, daß es seit Jakobvon Molay eine ununterbrochene Reihe von Groß-meistern des Tempelherrnordens bis auf unsere Zeitgegeben habe. Molay habe selbst kurz vor seinemTode unter dem Siegel des unverbrüchlichsten Ge-heimnisses den Ritter Jean-Maria du Larmenoizu seinem Nachfolger erwählt. Es soll sich sogarein gedrucktes Wctzeichniß sammtlicher Großmeisterbis zum Jahre 1776 vorfinden, wo? — ist mirunbekannt. Im I. 1705 wurde (laut dem VrniI-idöral 1818. Xr. 283.) Philipp von Bourbon,Herzog von Orleans, der nachmals die Regentschaftübernahm, zu dieser Würde ernannt. Ihm folgteim I. 1724 Ludwig August von Bourbon, Her-zog von Maine-, 1737 Ludwig Heinrich von Bour-bon-Conds; 1745 Ludwig Franz von Bourbon-Cond«; 1776 Ludw. Heim. Timolvon von Cofss-Brissac; der jetzige Großmeister soll Bcrnard Ray-mond Fabre heißen.
Bruckmann in seinen „Lpist. itin. l,XI. 8."u. Anton (sä. Leipz. 1779) S. 143. erzählen, daßsich Tempelherrn bis in neuern Zeiten zu Nom,Köln und Tyrnau in Ungarn ausgehalten haben,welche sich aber in ihren Ordensklcidern nicht über