Druckschrift 
1 (1830) Geschichte des Tempelherren-Ordens
Entstehung
Seite
133
Einzelbild herunterladen
 

133

dem Großmeister); der König aber bald darauf(29. Nov. 1314) durch einen Sturz vom Pferde.Das Volk sah hierin den Finger der göttlichenGerechtigkeit.

Der Leichnam des Papstes wurde nach Ear-pentras gebracht; die Kirche, in welcher man ihnbeisetzte, brannte aber darauf ab, mit ihr verbrannteder halbe Körper ^desselben. Wenige Monate nach-her wurden die Überreste der Leiche nach dem Wil-len des Verstorbenen zu Useste feierlich beerdigt.Diese sowohl, als sein prächtiges Grabmal wurdenim I. 1577 von den Hugenotten zerstört.

Philipps Leichnam schlummerte ruhig in derköniglichen Gruft zu St. Dcnys bis zu den Schre-ckenstagen der Revolution, wo der bedaucrnswertheLudwig XVI. vor seinem Tode in demselben Tem-pel gefangen saß, welchen sein Ahnherr Philipp IV.von den Templern als Wohnung in Besitz nahm.

Einen nicht unwichtigen Beitrag zu der Ge-schichte des Inquisitions-Prozesses wider die Tempel-herrn giebt das von Oement in seinem viotionairsoritigus in einer alten Ausgabe s. I. o. a. erwähnteWerk: Loeoseoiu» ckk vakibus virorui» illu8triuiuI>. IX. Der Vater dieses Boccace hielt sich geradeum die Zeit, als der König wider diesen Ordeninquicicen ließ, in Handelsgeschäften zu Paris auf,und war von den meisten Verhören Augen- undOhrenzeuge. Nimmt man die Aussagen der unver-dächtigsten Geschichtschreiber jener Zeit zu Hülfe,die nicht in der traurigen Lage waren, dem Kö-nige schmeicheln zu muffen, so bekömmt dies Ge-mälde die auffallendste Ähnlichkeit mit der Wahr-heit. Ich halte es um so mehr für meine Pflicht,die Leser auf genannte Quelle aufmerksam zu ma-