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Der Haß und Neid, den der Hospitaliter-Or-den auf jenen der Templer geworfen, und derStolz und die Geringschätzung, womit diese die Zwie-tracht eher vermehrten, als hinderten, mögen vielzu dem allgemeinen Glauben an Verrath beige-tragcn haben. Auch ist es schwer zu bestimmen,ob sie in diesem Punkte ganz rein gewesen seien.Doch ist auch das Gegcnthcil nur Vermuthungund nicht historisch genau dargethan.
Durch die Bulle l'aoieus luiseriooräiam hatteClemens V. die Untersuchung gegen den Orden inallen Ländern cingelcitet. Jetzt war diese — frei-lich auf eine höchst willkührliche Weise —> beendigt,es mußte daher das Resultat derselben genommen,und demgemäß ein Endurthcil gefallt werden. DieKirchenversammlung wurde nach Vienne, einer Stadtan der Rhone, ungefähr 5 Meilen von Lyon, aus-geschrieben. Am 1. Oct. 1311 kam der Papst selbstdahin, und fand schon 114 Bischöfe und anderePrälaten. Zu Anfang des Februars 1312 kamPhilipp mit seinen drei Söhnen, seinem Bruderund mit großen Gefolge nach Vienne. Der Königäußerte durch seine Gegenwart großen Einfluß aufClemens, und durch diesen auf die ganze Kirchen-versammlung. Die Nachgiebigkeit des Papstes zeigtesich auch darin, daß er die Cardinäle und Erzprie-ster in einem geheimen Consistorio versammelte,und hier den Orden aufhob (22. Marz 1312).Erst am 3. April wurde dies Urtheil in der großenSitzung des Concils verkündigt.
In der Aufhebungsbulle des Ordens „^<1 pro-vidaiu Ciiristl vioarii" vom 2. Mai 1312 wargesagt:
„Da der Orden der Tempelherrn durch Verbrc-