Wenn man aber bedenkt, daß die Tempelherrn nurRitter aufnahmen, unter deren Würde es gewe-sen wäre, Lehrlings- und Knappendienste zu thun,so war es vielmehr ein kluger Gebrauch, um Män-ner von Stande an sich zu ziehen, die gerade ausdiesem Grunde den Orden einem Andern verzie-hen mußten.
12) Eine Hauptbeschuldigung war, daß sie diein verbotenem Umgänge erzeugten Kinder dem Baf-fomet opferten, solche im Kreise der Brüder her-umwürfen, bis sie ihr unglückliches Leben ausge-haucht; daß sie die Leichname alsdann an einemSpieße brieten, und mit dem Fette derselben dasIdol einricben; daß sie, wenn ein Mitglied ihresOrdens verstorben, es zu Pulver verbrannt, undseine Asche, statt des Herrn Leib, den sie verachtet,in ihrem Getränke aufgezehrt hätten; daß ihnenausdrücklich verboten sei, das Haus einer Wöchnerinzu betreten, und weder einer Taufe, noch Eheein-scgnung beizuwohnen; daß sie in Ägypten am h.Ludwig Vercath geübt, Akkon den Feinden über-liefert, Kaiser Friedrich H. verlassen, uud dem Sul-tan von Babylon das ganze Christenheer verkaufthatten.
Das Mährchenhafte dieser Anklagepunkte, be-sonders der erstercn wegen der Ermordung der Kin-der, wegen der Meldung der Wöchnerinnen u. s. w.fällt zu sehr in das Auge, als daß es einer Wi-derlegung bedürfte.
Gegründeter möchten die letztem gewesen sein,denn man findet allerdings bei gleichzeitigen Ge-schichtsschreibern Erwähnung gewisser geheimer Ver-hältnisse mit einigen sacaccnischcn Fürsten und mitden Assassincn.