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1 (1830) Geschichte des Tempelherren-Ordens
Entstehung
Seite
119
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als geschlossen zu betrachten, es stand nur noch dasEndurtheil der Verdammung und dessen Vollstre-ckung im Hinterhalt.

Bevor wir die Leser vor den Holzstoß begleiten,auf dem die alte, in so mancher Beziehung höchstmerkwürdige Ordensverbindung bluten mußte, seics vergönnt, alle Fäden der Geschichte, deren End-punkte zum Theil offen, zum Theil noch verhülltin dem Dunkel modernder Archive liegen, in einszu sammeln, und aus den verschiedenartigen Aus-sagen, Anklagen und Vertheidigungen die Grund-züge zu einem Gemälde darzustellen.

Die Anklagepunkte oder die Verbrechen der Tem-pler, so wie sie Philipp und Clemens aussprachen,lassen sich auf nachstehende zurückbringen!

1) Die Verläugnung Christi, unstreitigdas grauenvollste Verbrechen, wenn man sich indas 14 Jahrh. versetzt. Gerade über diesenHauptpunkt sind die Zeugen-Aussagen die bestimm-testen von Allen. Es ist bekannt, daß die Sara-zenen von gefangenen Rittern immer zuerst Be-schneidung oder Tod verlangten, ihres Gottesspotteten, der gekreuzigt worden, und von demeinzigen Gott sprachen, der nicht gestorbensei, und nie sterbe!

Wenn man nun die Aussagen der 231 Zeu-gen (bei Moldenhawer) aufmerksam durchgehet, soist weder Leichtsinn noch Jmmoralität zu bemerken.Die Meisten geben an, daß sie nur mit Angst undZittern diesem Ansinnen gefolgt, und Christum nurmit den Lippen (ore non eoräe) verläugnet, nurnebenhin gespieen, wenn bei längerer Verweigerungdie Receptoren Dolch und Schwert gezückt und