Schrecken erfaßte bei dem unerwarteten Erschei-nen den Clerus. Man glaubte in ihnen Meuchel-mörder zu erblicken. Da sprach Hugo mit don-nernder Stimme: „Herr Bischof! man sagt, Ihrwolltet mich und meine Brüder gleich Verbrechern rich-ten. Da sei Gott vor! Nehmt diese Appellation, undthcilt sie dem Papste und der hier versammeltenGeistlichkeit mit." In der Apellation stand: DerHimmel hat selbst gerichtet, und durch ein Wunderdes Ordens Unschuld an den Tag gelegt, indem dieweifsen Mäntel der Tempelherrn mit ihren rothenKreuzen von den Flammen nicht haben verzehrtwerden können *).
Die Erscheinung und Anrede machte auf denClerus großen Eindruck. Der Orden wurde fürunschuldig erklärt, welches Clemens V. nicht gerngesehen haben soll.
Der Wildgraf Friedrich, Bruder des Obigen,Großprior von Germanien und Präceptor am Rhein,wollte ein glühendes Eisen, als Beweis der Unschulddes Ordens tragen; er sei viel mit dem Großmei-ster umgegangen, und habe stets Ursache gehabt,ihn für einen guten Christen zu halten.
In Trier wurden 17 Zeugen verhört, brachtenaber nichts auf den Orden. In den übrigen deut-schen Provinzen, in Böhmen, Mähren u. s. w.,wo sich nur wenige Templer befanden, wurden keineUntersuchungen angcstellt, sondern, wie der Erfolgder Geschichte lehren wird, der Orden durch einenpäpstlichen Gewaltspruch für schuldig erklärt undohne Umstände aufgehoben.
Soweit wären nun die Inquisitionen der Templer
) S. Anmcrk. 32.