Druckschrift 
1 (1830) Geschichte des Tempelherren-Ordens
Entstehung
Seite
106
Einzelbild herunterladen
 

106

de Molay, den Großkompthur und Visitator vonFrankreich Hugo von Pepraud, und den Großpriorder Normandie, Gup-Dauphin.

Der Großmeister gestand, und zwar ohne ge-foltert zu sein (8»Iu?.e, l. 122), man habe ihnbei seiner Aufnahme Jcs. Christum dreimal verläug-nen lasten, ein seinem hohen Rufe von Frömmig-keit, seiner Unterredung mit dem Papste, und seinenKlagen über die Vcrläumdungen des Ordens ganzzuwiderlaufendes Vekenntniß, welches nicht wenigAufsehen machte.

Die unnatürlichen Sünden und entehrendenKüße laugncte er jedoch ganz.

Hugo von Pepraud sagte, daß er bei der Auf-nahme Christum dreimal vcrläugnet, und dreimalauf das Kreuz gespieen, daß er schändliche Küße ge-geben und empfangen habe, daß er, seitdem ihmdas Großpriorat übertragen worden, verschiedeneRitter auf die nämliche Weise ausgenommen, zugleichen Dingen angehalten, und ihnen die Sodo-miterei erlaubt habe, so wie sic ihm erlaubt worden.Er setzte hinzu, daß Letztere ein Ordensstatut sei,daß er das Götzenbild zu Montpellier gesehen, undwie die Andern angebetet habe, jedoch nur zumScheine; denn sein Herz habe nie darein ge-williget.

Der Prinz Dauphin, Großprior der Normandie,sagte aus, ec sei, als er ausgenommen worden, nurzwölfJahre alt gewesen, er habe nicht das gehörigeUrteilsvermögen gehabt, um zu wissen, was erthue; man habe ihn den Heiland verlaugnen, undbesten Bild anspeien lasten; und zuletzt habe manihm, nachdem ec den Superior blos auf den Mundgeküßt, allen Umgang mit dem weiblichen Geschlechts