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1 (1830) Geschichte des Tempelherren-Ordens
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und wollten mit ihrem Leben büßen, wenn die ge-ringste Beschuldigung wahr wäre. Der Papst mel-dete dieses dem Könige, und ersuchte ihn um nä-here Beweise. Dieser fragte die Sorbonne *) umRath, welche ihm das Recht, über einen geistlichenOrden zu richten, absprach. Doch sich nicht andie Unentschlossenheit des Papstes kehrend, ließ ecein Kreisschreiben an seine Vögte ergehen, worin eranbesahl, sie sollten sich auf den 12. October be-waffnen, in der folgenden Nacht aber beiliegendesSchreiben eröffnen, jedoch nicht eher, bei Todes-strafe. Am 13. Oct. 1307 mit Anbruch des Ta-ges wurden sämmtliche Tempelherren in Frankreichverhaftet, und eine öffentliche Anklage-Akte im gan-zen Lande umher bekannt gemacht, in welcher dieTempler als reiffende Wölfe, als Ketzer, als Mein-eidige und überhaupt als die schändlichsten Menschendargestellt wurden.

Hierauf schrieb Philipp an Eduard II., König vonEngland, um ihn zu einem gleichen Verfahren ge-gen die Templer zu bewegen. Eduard aber ant-wortete höflich, daß er die Sache zuerst untersuchenwolle, und gab dem Orden sogar ein königlichesAeugniß des Wohlverhaltcns. Zu gleicher Zeitschrieb er nach Portugal, Eastilien, Aragonicn undSicilien, und ermahnte seine fürstlichen Brüder, be-hutsam und zur Ehre Gottes die Anschuldigungenprüfen und die Ritter mit Milde verhören zu las-sen. Als er aber sah, was in Frankreich vorge-nommen ward, auch der Papst ihm schrieb, dennClemens V. hatte in der Bulle: kastoralis piae-imnentiae 8olio die Einziehung der Templer an-

) S. Anmcrk. L2.