Heirath versagte, in den Orden der Tempelherren.Aus dieser Verweigerung ist der Haß erklärbar, mitwelchem Gerhard den Grafen verfolgte. Dies wa-ren die Keime jener unheilbringenden Zwietracht,welche Jerusalem, die durch das Blut vieler Tau-sende erworbene Stadt, wieder in die Gewalt derSarazenen brachte.
Während seiner Regierung starb Balduin IV.,und hinterlicß seinen Sohn, den fünften Balduin,unter der Vormundschaft des mächtigen GrasenRaimund von Tripolis. Den Tempelherren wur-den die Kcongütcr und die Reichsklcinodicn zur Ver-waltung anvcrtraut.
Als der junge König bald darauf starb, brachtees seine Mutter, die Gräfin Sibylle von Joppe,bei dem verworfenen Patriarchen Heraklius, mitdem sie in verbotener Liebe lebte, weshalb man sienur Frau Patriarchin nannte, bei den Templernund übrigen Großen dahin, daß ihr die Krone alsErbgut zuerkannt ward. Nur der Großmeister derHospitaliter, Roger du Moulin (oder de Mulinis),machte noch Schwierigkeiten, und wollte die Schlüs-sel zur Sakristei, worin sich die Krone befand, nichtausliefern. Als man heftig in ihn drang und ernicht länger widerstehen zu können glaubte, warf erden Schlüssel zur Erde und versicherte, daß er kei-nen Theil an dem Unternehmen habe. Gerhardaber holte die zwei Kronen, und der Patriarch riefaus, indem er die eine derselben der Gräfin aufsHaupt setzte: „Nun bist du Königin, aber dasWeib bedarf des Mannes; wähle den, der mit dirdas Reich regiere, noch liegt die zweite Krone aufdem Altäre." Ohne sich zu besinnen, setzte sie die-selbe ihrem Gemahle, Veit von Lüsignan, aufs Haupt.
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