auch noch den Schutz und die Pflege der Wallfah-rer übernahmen.
Am meisten Einfluß auf den Tempelherrnordenhatte Bernhard von Clairvaux, der gleichsam alsder zweite Stifter anzuschcn ist.
Im I. 1128 kam Hugo von Payens, aufKönig Balduin's und Abt Bernhard's Anrathen,mit fünf seiner Brüder nach Europa, als gerade dieKirchcnversammlung zu Troyes in der Champagnegehalten wurde. Papst Honorius H. bestätigte denOrden. Er gab ihm das weiße Kleid und den wei-ßen Mantel (damals die Farbe der Dürftigen, —Vornehme trugen sich schwarz). Das rothe Ordens-kreuz kam aber erst im I. 1146 hinzu.
Der h. Bernhard, dieser von Eifer für die Re-ligion durchdrungene und an allen wichtigen Han-deln damaliger Zeit theilnehmende Mann, aus des-sen Leben sowol der Philosoph, als der Politikerund Mönch gleichen Unterricht schöpfen können, gabden Templern zu Troyes, mit einigen Abänderun-gen, die Regel des h. Bcnedict's, deren Hauptin-halt, in 72 Artikel eingetheilt, ungefähr folgenderwar:
Die armen Brüder Christi und des TempelsSalomonis leben nach der kanonischen Regel; jederBruder behält Tag und Nacht sein Gelübde vorAugen, der Früh-Imbiß und das Mittagsmahl sol-len unter Vorlesung religiöser Gegenstände einge-nommen werden. Nach dem Abendsegen ist allesSprechen verboten, außer wenn cs die Nothwen-digkeit erheischt. Die Kleidung der Brüder soll nurvon Einer Farbe sein; keine Schnabelschuhe undgroße Schleifen (rostra et laguea); die abgelegtenKleider sollen die Knappen, die Diener oder Arme