Gebäude, in welchen die Ritter Kapitel hielten,hießen daher aller Orts Tempel, wie denn die Tem-pel zu Paris und London ihrer Größe wegen be-rühmt sind, und bis auf die neueste Zeit ihren al-ten Namen erhalten haben. Gewöhnlich nanntensich die Brüder, zumal in Briefen, kratros mili-tiae Bald nach ihrer Stiftung schenkten
ihnen der Abt und die Chorherren des h. Grabesmehrere Gebäude in einer Straße neben dem könig-lichen Palaste, damit sie dieselben zu Waffenkam-mern oder zur Herberge der Pilger gebrauchen möch-ten. Kleidung und Nahrung bekamen sie von demKönige, dem Patriarchen und von ihren nachmali-gen Nebenbuhlern, den Hospitalitern.
Still und anspruchslos vollzogen die Ritter ihrGeschäft. Redliche Männer müssen jene Neun ge-wesen sein, denn nur Dürftigkeit, Mühe und Ar-beit war ihr Loos. Die Stiftung des Templer-Ordens war somit das Werk der reinsten Menschen-liebe, und war dabei irgend eine Nebenabsicht vor-handen, so war cs der einzige Ruhm, ein StreiterChristi zu sein und zu heißen.
Diese Anspruchslosigkeit, verbunden mit der Be-günstigung von Oben, vermehrte bald sein Ansehn.
Schon im I. 1120 trat Graf Fulco von An-jou, nachmaliger König von Jerusalem, als verhei-ratheter Bruder in nähere Gemeinschaft mit denTemplern, und beschenkte, in sein Vaterland heim-gekehrt, den Orden reichlich.
Bald nahm dieser durch die Freigebigkeit christ-licher Fürsten so sehr zu, daß die Hospitaliter, nichtblos um die Freigebigkeit der Pilger auf sich zulenken, sondern um sich gleiches Anschn und gleicheVerdienste zu erwerben, neben der Kcankenwartung