Wicken, und bald konnte es nicht fehlen, daß Reich-thümcr und gewisse Vorrechte mit solchen Verdien-sten Hand in Hand gingen. Denn es liegt in derNatur des Menschen, die Abkömmlinge ausgezeich-neter Männer zu ehren, und sie Personen dunklerHerkunft vorzuziehcn, weil man geneigt ist, —wenn auch nicht Erblichkeit der Tugenden, wenig-stens die Kraft des täglich vorschwebcndcn Beispielsanzunchmen, und die Hochachtung für das wahreVerdienst dankbar aus die Nachwelt überzutragen.
Bei allen Nationen alter und neuer Zeit findetsich die Spur besonderer Achtung gegen gewisse Fa-milien oder Stände. Der Sandwichsinsulaner undOtahcitcr verehrt seine Erihs, wie der Hindu seineBraminen; aber dieses berechtigt noch nicht zur An-nahme der Behauptung Kotzcbue's in seinem Buchevom Adel, daß alle Nationen auch einen Adel nachunfern Begriffen gehabt haben und noch haben, sowenig die Heroen der Griechen, ein Achilles, Ajax,Diomcdes re., oder gar die Mursen auf dem Kau-kasus wegen ihrer Fehden unfern alten Ritterngleich zu stellen sind.
Der erste ursprüngliche Adel unter den Deut-schen sowol als unter den Franzosen ist der Feu-dal-Adel*), welcher alle diejenigen umfaßte, dieihre Allodien**) den Fürsten freiwillig zur Lehengaben, um sich Schirm und Ruhe in dem Besitzezu erhalten. Bei den Kriegszügen der alten Deut-schen gegen die Völker im Süden und Westen be-stand die Beute meistens in gewonnenem Boden,und die Befehlshaber gaben nun von ihren crhal-
*) s. Anmerk. 1.
s. Aiunerk. 2.