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1 (1830) Geschichte des Tempelherren-Ordens
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oder nach berühmter Waffenthat, oder nach Voll-streckung eines Gelübdes, oder am heiligen Grabezu erhalten, Armuth, geheime Liebe u. s. w.

Die Ritterwürde war die höchste militairischeund politische Ehre des Mittelalters, und ihre Er-theilung war mit großem Pomp und kirchlicherFeier verbunden.

Er mußte drei Tage lang fasten, hierauf beich-ten, das h. Abendmahl nehmen, und die Waffen-wache am Grabe eines Heiligen halten. Am Tageder Feierlichkeit selbst betrat er in weißem Wamms,baarhaupt, das Schwert am Halse hangend, dieKirche. Die Haare wurden vorn abgeschnitten;darauf mußte er mit auf der Brust gefalteten Hän-den vor dem Altäre niederknien, wo er von demältesten Ritter mit der flachen Seite des Schwer-tes drei Schläge zu Ehren der Dreieinigkeit aufbeide Schultern und auf den Hals erhielt, und sodurch den Ritterschlag in den Bund der Adelswcltausgenommen ward. Hierauf wurde er mit demSchwerte umgürtet und bekam die Sporen, Helm,Schild und Lanze. Nach dem Gebete und der Ein-kleidung gaben ihm alle Anwesenden den Bruder-kuß, und in die Hände Aller legte er das Gelübdeab, Treue und Recht zu wahren, Menschlichkeitund Großmuth zu üben, für Religion, Kirche undihre Diener zu fechten, Frauenunschuld zu schützen,Wittwen und Waisen zu schirmen, und alle Feindeder Christenheit, sowie jegliche Ungläubige zu ver-folgen. — Schwert und Lanze wurden alsdann zudiesem heiligen Geschäfte besonders cingcweiht.

Der schwärmerische Geist des Ritterthums, viel-leicht auch der Kirchenwitz der Chroniken schreiben-den Mönche legte in alle diese Ceremonien, sowie