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1 (1830) Geschichte des Tempelherren-Ordens
Entstehung
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Edelknabe mußte er den Ritter, die Burgfrau unddie Gaste bei der Tafel, auf der Jagd und aufReisen bedienen. Die Zwischenzeit füllten ritterlicheÜbungen, bei welchen er oft strenger gehalten wurde,als die Lehrlinge der Handwerks-Innungen. Un-ter den Gegenständen dieses Jugendunterrichts nahm,nebst der körperlichen Übung im Reiten, Fechten,Speerwerfen, Lanzcnbrechen u. s. w., der sanftereUnterricht der Frauen in der Sittlichkeit, Galanterieund Religion die erste Stelle ein. Die Wenigstenlernten lesen oder schreiben.

Nach siebenjähriger Vorbereitung wurde der Bube(Page) wehrhaft gemacht vor dem Altäre. Beidieser Feierlichkeit gingen alle niedrigen Geschäfte,Aufwartung und harte Behandlung noch einmal vorihm vorüber; den Beschluß machte ein Schlag aufdie Wangen.

Die Wehrhaftmachung des Jünglings war schonbei den alten Deutschen eine überaus'feierliche undwichtige Handlung, und für die Germanen das,was dem Römer das Bekleiden mit der vi-rilis. Im Mittelalter war es ein Familienfest.

Der Bube hieß nun Knappe, Edelknappe, Edel-knecht (Leu) er, 8guire, armiZer, «eiititer ete.).Er trat in die Schule höherer Bildung, und ältereRitter lehrten ihm den schweren Dienst, d. h. sichgeschickt zu Pferd und zu Fuß in voller Rüstungzu bewegen, das große Schlachtfchwert (gewöhnlich3 4 Fuß lang und gegen 3 Finger breit) oder denFlammberg zu schwingen, den Streitkolben und Pan-zerstechcr zu führen, den Turnierhelm zu tragen, und die12 Fuß lange, mit Eisen beschlagene Lanze zu führen.

Der Schildknappe begleitete von nun an seinenRitter in Fehden, zu Turnieren und Gestechen,