Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
246
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nichts weiter sey als andere Untugenden ergänzendeHeuchelei, wünschten sich ihretwegen wechselseitigGlück, Diese Probe, und so zu sagen, dieses Weiß-brennen hatte nicht lange Bestand, zum Wenigstennicht so anhaltenden und gleichen; bald kamendie gewohnten Grillen und Aergerniffe wieder zumVorschein, man hörte wieder die alten Verwünsch-ungen, das alte Gespötte über dies klösterlicheGefängnis, und zuweilen selbst Ausdrücke, die ihremMunde und an diesem Orte noch niemals entschlüpften.Nach jedem Fehler indeß zeigte sich Neue und lebhaftesVerlangen, ihn durch Güte zu tilgen. Die Schwe-stern ertrugen alle diese Vergehen, so gut es sich thunließ und schrieben sie dem eigen - und leichtsinnigenGemüthe der Signora zu- Es schien einige Zeit, alsdenke gar Niemand mehr daran; eines Tages aberwar die Signora mit einer Laienschwester über etwassehr Geringfügiges in Wortwechsel gerathen und ver-gaß sich so weit, sie ganz über alles Maas auszuschim-pfen. Die Laienschwester bezwang sich zwar eine Weileund ließ sich alles gefallen, endlich aber verlor sie dieGeduld und äußerte, daß sie Manches wisse und zu sei-ner Zeit reden werde. Von dem Augenblicke an hattedie Signora keine Ruhe mehr. Bald nach dem Vor-fälle erschien die Laienschwester eines Morgens nichtwie gewöhnlich, ihre Pflichten zu erfüllen; man suchtesie in ihrer Zelle, sie war nicht zu finden; rüste lautan allen Orten und Enden, keine Antwort. Alles