de« Wohnung zu besitzen. Der Theil des Klostersgrenzte an ein Haus, welches ein junger Mann innehatte. Sein Gewerbe waren Verbrechen, und er ge-hörte zu den damals nicht seltenen Menschen, welche,mit ihren Helfershelfern und in Verbindungen mitandern Lasterhaften, bis zu einem gewissen Gradealle Gesetze und öffentliche Gewalten verhöhnen konn-ten. Wir wollen ihn blos Egydius nennen. Erhatte mehrmals aus einem kleinen Fenster, was einGehöf dieses Klosterflügels beherschte, bemerkt, daßGertrud da herum ab - und zuzuwandeln pflegte.Gereizt sowohl, als erschreckt von den Gefahren undder Ruchlosigkeit eines solchen Wagestücks, war erdereinst so kühn, sie anzureden. Die Unglücklicheantwortete. — In diesen ersten Momenten empfandsie zwar sicher kein achtes, aber ein lebhaftes Ver-gnügen. Dem verdrossenen Gelübde ihrer Seele hattesich die Gewohnheit an anhaltende Strenge und be-fehlende Lebensweise beigcmischt. Aber ihr nunmeh-riges Vergnügen glich dem Stärkungstranke, welchendie rafsinirteste Grausamkeit der Alten dem Verur-theilten eingab, um ihm desto längere Kräfte zu Er-duldung der Martern zu geben. In GertrudcnsWesen schien zugleich eine gänzliche Umwandlung vor-gegangen zu seyn: sie ward auf einmal ordentlich, ruhi-ger, gab Spott und Hohn auf und erwies sich gegen alleartig und liebreicher. Die Schwestern, weit entfernt,die Wahrheit zu ahnen und daß diese neue Tugend
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