ken verwirrten sich, stärker als sonst fühlte sie denStachel der Reue über ihr Vergehen, das Verlangen,es wieder gut zu machen. Noch war sie zwar nichtentschlossen, sich aufzuopfern, nie aber vorher dem Ent-schluß so nahe. Sie erhob sich, ging zu einem klei-nen Schreibtische, nahm jene verhängnißvolle Federund schrieb im höchsten Grade der Aufgeregtheit undAbspannung, der Betrübnist und Hoffnung, an ihrenVater, bat inständig um seine Verzeihung und zeigtesich, wiewohl auf unentschlossene Weise, bereit,alles, wodurch sie dieselbe erlangen könne, zu thun.
Zehntes Kapitel.
Man kann, besonders von jugendlichen Gemü-thern, in gewissen Augenblicken durch ein wenigdringendes Bitten Alles erlangen, was nur den lei-sesten Anstrich von Recht und Aufopferung hat. Soläßt die schwankende, halb geöffnete Blume, vomleisesten Windhauche willig die ganze Fülle ihrer Blät-ter entfalten. Man sollte die Natur des Menschenin solchen Augenblicken nur ehrfurchtsvoll bewundern,aber die rücksichtslose Selbstsucht späht gerade sie aufdas sorgfältigste aus und pflückt ihre Frucht, zuErreichung schlimmer Absichten im eiligen Fluge.