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Zweites Kapitel.
Ton Abbondio verbrachte einen Theil der Nachtim jämmerlichen Zustande der Rathlosigkcit. DieWarnungen und'Drohungen der Bravi etwa nichtbeachten und die Trauung dennoch vollziehen, wareine Sache, woran er durchaus nicht dachte. Renzoalles mittheüen und mit ihm auf Hülfe sinnen? —Gottbehüte! — Er sollte ja gegen Niemand ein Wortfallen lassen, und bereuete schon, selbst gegen Perpctuennicht reinen Mund gehalten zu haben. —Fliehen? —Wohin ? Und was dann? Welche Hindernisse! welcheVerantwortung! Jedes Mal, daß der Arme wieder ei-nen Ausweg verwerfen mußte, wandte er sich nachder andern Seile. Das Beste schien ihm endlich diesesnoch, Zeit zu gewinnen und Renzo etwas vorzuschwa-tzen. Er erinnerte sich. daß in wenig Tagen die Zeitelntrete, während der keine Hochzeiten gefeiert wer-den dürften. Konnte er also bis dahin sich den jun-gen Mann vom Leibe halten, so hatte er zwei Mona-te Lust, und in zwei Monaten konnte sich vieles ereig-nen. Er suchte nach einem Vorwände. Alle, die erfand, schienen ihm zwar ein wenig seicht, erhoffteaber, seine Würde werde ihnen Gewicht verleihenund Um überhaupt gegen den unerfahruen, jungenMenschen in Vorthcil setzen.