Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
242
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langem Martyrerthume zu vergehe», und beneidete inmanchen ^Augenblicken die Höchste, gleichwie dieNiedrigste und Schlechteste, welche den Freuden die-ser Welt sich hingeben durfte.

Der Anblick der Nonnen, welche mit beigetragenhatten, sie dem Kloster zuzuführcn, war ihr im In-nersten zuwider; sie erinnerte sich aller Kunstgriffeund Listen und ließ sie ihnen nunmehr, durch allenur erdenkliche Launen, Eigensinn, ja selbst durch un-verhehlte Vorwürfe, entgelten. Sie konnten nichtsdagegen thun, als erdulden und schweigen ^ dennder Fürst hatte zwar seine Tochter so lange tirannisirt,bis sie unabänderlich des Klosters war; jetzt aber, dadies bewirkt, hatte er nicht leicht gelitten, daß ir-gend jemand so kühn gewesen wäre, gegen sein BlutRecht zu behaupten. Das Kloster setzte sich bei demgeringsten, geleisteten Widerstande der unvermeidlichenGefahr aus, seinen mächtigen Schutz zu verlieren, oderihn gar, statt zum Freunde, zum Feinde zu haben.Man sollte glauben, daß Gertrud doch die andernSchwestern besser behandelt hätte, die antheillos warenan den, gegen sie ins Werk gesetzten Jntriguen, diesie sich nicht zur Gefährtin wünschten, sie wohl aber alSsolche liebten und, fromm, fleißig und heiter wie siewaren, ihr ein Beispiel gaben, wie man auch im Klo-ster sich zufrieden fühlen könne. Aber auch diese haßtesie, nur aus anderem Grunde. Ihr frommes, dc-muthvolles Betragen umkleidete sich für sie fast mit