daß Gertrud beinahe auf keine andere fallen konnte.Zn jedem Falle waren diese Artigkeiten nicht ohne Ur-sache. Seit langer Zeit schon hatte sich die Dame denErbprinzen zum Schwiegersohn gewünscht, betrachte-te also die Angelegenheiten wie ihre eigenen, und nichtswar natürlicher, als daß sie sich für Gertruden, wiefür eine ihrer nächsten Verwandten, intcressirte.
Gertrud erwachte am Morgen mit dem Gedankenan die bevorstehende Prüfung, und wahrend sie nochbedachte, ob und wie sie diese entscheidende Gelegen-heit benutzen könne, zurückzutreten, ließ sie derFürst zu sich kommen. „Höre, Tochter," sagte er,„ bis jetzt hast du deine Sachen musterhaft gemacht,nun aber kommt's drauf an, das Werk zu krönen.Alles, was bis jetzt geschah, geschah mit deinem freienWillen. Waren unterdessen Zweifel oder Neue,Jugendgrillcn in dir entstanden, so hättest du dicherklären können. So weit die Sachen jetzt gediehensind, ist es nicht mehr Zeit zu Kinderpossen. Derehrwürdige Mann, welcher diesen Morgen kommt,wird wegen deines Berufs auf hunderterlei Art fra-gen : ob du den Schleier gern nimmst, weshalb, wa-rum, und was weiß ich alles? Zauderst du zu ant-worten, so forscht er dich durch und durch aus. Eswürde dir unangenehm und lästig seyn, könnte aberauch noch schlimmere Folgen haben. Die Sache istöffentlich erklärt, das geringste Zaudern würde dem-nach meine Ehre blosstellen, die Vermuthung erregen,