Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
233
Einzelbild herunterladen
 

233

Aber der Fürst unterbrach sie:Nein, nein,Frau Fürstin, die Braut hat zu wählen, und wennauch selbst der allgemeine Gebrauch cs den Elternüberließe, so hat Gertrud doch ein so verständiges,richtiges Urtheil, daß sie wohl eine Ausnahme verdie-nen würde!" Mit dem Ausdrucke außerordentlicherGnade blickte er Gertruden an und sprach weiter:Jede der Damen, welche heut Abend bei derConver-sation waren, besitzt alle erforderlichen Eigenschaften,die Begleiterin einer Tochter unsers Hauses zu seyn.Sage mir nun, welcher du die Ehre des Vorzugsgiebst und wähle selbst."

Gertrud fühlte sehr gut, daß diese Wahl eineabermalige Zustimmung sey, aber sie ward dazu soumständlich aufgerufen, daß, sie von der Hand wei-sen, ihr für Verachtung, Entschuldigungen für Unlustoder Undankbarkeit hätten ausgelegt werden können.Also that sie auch diesen Schritt und nannte die Da-me, welche ihr diesen Abend am meisten gefallen hat-te; es war die, welche sie am meisten liebkoste undlobte und ihr mit der zuvorkommenden, herzlichenVertraulichkeit begegnete, die in den ersten Momen-ten einer Bekanntschaft den Schein langjährigerFreundschaft annimmt. Sehr gut gewählt!" riefder Fürst, der gerade diese Wahl wünschte und er-wartete. War es nun List oder Zufall, die genann-te Dame hatte sich den ganzen Abend über so sehr umGertruden bemüht und sie so sehr mit sich beschäftigt,