Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
229
Einzelbild herunterladen
 

229 -

hindurch, und der Kopf irgend einer schlauen, muthi-,gen Kostgänger!», der cs gelungen war, sich heim-lich und unbemerkt herbeizuschleichen, um auch ihrer-seits etwas zu sehen, ward zwischen den VerhülltenderNonnen.'erkenntlich. Ausrufungen enttönten dieserMenge, und viele Arme sah man, zum Zeichen freund-licher Aufnahme und Bewillkommung, erhoben. Siegelangten zur Thüre. Gerkud stand Angesichts derAebtissin. Nach den ersten Begrüßungen fragte diese:mit feierlichem, heiterem Ausdrucke: was ihr Begehrenan diesem Orte sey, wo Niemand ihr etwas verwei-gern könne? „Ich bin hier.-.." begann Gertrud;!aber indem sie die Worte aussprechen wollte, die ihrSchicksal fast unwiderruflich bestimmten, zaudertesie einen Augenblick und ihre Augen ruhten auf der.umstehenden Menge. Da erblickte sie eine ihrer frü-'Heren Vertrauten, welche ihr sowohl Mitleiden, alsSchadenfreude auszudrücken und zu sagen schien:„ Die Tapfere! nun ist sie ja überwunden." ^ Son-stige Gefühle traten mit erneuerter Kraft vor ihreSeele, sie fühlte wieder einen Theil ihres Muthesund suchte schon nach einer, ganz von der anbefohlncnverschiedenen, Antwort. Ihre Kraft zu prüfen, sahsie zum Vater auf; seine Züge verriethen so wildeUnruhe, drohende Ungeduld, daß Furcht den Aus-schlag gab, und sie sprach die Worte: „Ich bin hier,mit dem Wunsche, das Ordenskleid dieses Klosters,wo ich so liebreicherzogen ward, anzulegen," so rasch