Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
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Nun, Gertrud, gestern hast Du Dir Ehre ge-macht, heute mußt Du Dich selbst übertrcffen. Eshandelt sich um das erste Auftreten in dem- Klosterund der Gegend, wo Du bestimmt bist, die ersteNolle zu spielen. Man erwartet Dich!" Es brauchtwohl nicht erst erwähnt zu werden, daß der Fürst amvorigen Tage an die Aebtissin geschrieben hatteund aller Augen werden auf Dir ruhen. Würdeund Anstand! die Aebtissin wird Dich fragen, wasDu willst, es ist Vorschrift. Antworte ihr: Duwünschtest das Ordenskleid des Klosters anzulegcn,wo man Dich so liebreich erzogen und Dir so vielesGute erwiesen habe; es ist ja auch die Wahrheit!Du mußt die Worte mit Freimuth sprechen, daßman nicht glaube, sie seyen Dir eingegeben und Duverstündest nicht selbst so viel- Die guten Schwesternwissen nichts vom Vorgefallenen, cs ist Familienge-heimniß; also zeige Dich nicht etwa schüchtern undbetrübt, sonst möchten sie Verdacht schöpfen. Zeigeihnen, welches Blut in Deinen Adern, sey sittsam,bescheiden, bedenke aber auch stets, daß außer derFamilie an jenem Orte Niemand Dir gleich ist!"

Ohne Antwort zu erwarten, ließ sie der Fürststehen und ging. Gertrud, die Fürstin und der Erb-prinz folgten die'Treppe hinab, in den Wagen. DieUnterhaltung unterwegs drehte sich um nichts als dasNichtige, Eitele der Weltfreuden und die Seligkeitdes Klosterlebens, besonders für junge Mädchen aus

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