Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
226
Einzelbild herunterladen
 

als gewöhnlich wecken lassen. Der Herr Erbprinzist schon in den Marstall hinabgegangen und zur Ab-reise in jeder Stunde bereit. Munter, wie ein jungerHaasc! aber so war er schon von Kindesbeinen an,und ich kann mich wohl rühmen, ihn in meinen Ar-men gehegt zu haben. Soll gereist werden, so mager nicht gern warten; er ist zwar der gütigsteHerr von der Welt, dann verliert er aber die Geduldund lärmt, was er kann. Der arme Herr! Manmuß ihn darum bedauern, es liegt im Temperamente.Diesmal hat er wohl auch ein wenig Recht, weil ersich Euretwegen bemüht. Wer ihm in solchen Au-genblicken aber zu nahe kommt, der mag sich nurvorsehen, er beherrscht sich vor Niemand als demgnädigen Herrn. Er wird es ja auch einmal werden,gebe nur Gott, so spat als möglich! Rasch, rasch,Fräulein! was schaut Ihr mich denn so starr an?Ihr solltet schon langst aus dem Bette seyn!"

Der Gedanke an den ungeduldigen Erbprinzenverscheuchte alle andere, die in Gertrudens Inneremausgestiegen waren. Sie gehorchte, kleidete sich ei-lig an, ließ ihren Putz ordnen und erschien im Saale,wo Eltern und Bruder ihrer schon harrten. Siemußte sich in einen Lehnstuhl setzen, eine Tasse Scho-kolade zu sich nehmen; welcher Gebrauch damals denEintritt ins erwachsene Alter bedeutete-

Man meldete, der Wagen stehe bereit. DerFürst ging mit seiner Tochter abseits und sagte: