Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
224
Einzelbild herunterladen
 

sie den Vater so gestimmt sah, ihr in Allem, ausge-nommen in einem Stücke, zu willfahren, so nahmsie sich vor, davon Nutzen zu ziehen und wenigstenseine der sie peinigenden Leidenschaften zu befriedigen.Sie erklärte also die äußerste Abneigung gegen jeneFrau und beklagte sich heftig über ihre Behandlung.

Wie?" sagte der Fürst,hat sie die Ehrerbie-tung gegen Dich aus der Acht gelassen? Dafür willich ihr morgen den Kopf waschen nach Verdienst undWürden, überlaß es mir nur, Du sollst Genug-thuung haben. Eine Tochter, mit der ich zufriedenbin, soll Niemand umgeben, der ihr mißfallt." Erließ eine andre Frau rufen und trug ihr auf, Ger-truden zu bedienen, die sich, nach empfangener Ge-nugtyuung, wunderte, auf ihr heißes Verlangen dar-nach nur so schwache Freude zu empfinden. Es hattesich, wider ihren Willen, das Gefühl der bedeu-tenden Schritte, welche sie an diesem Tage dem Klo-ster zck that, aller ihrer Gedanken bemächtigt. Wolltesie noch zurücktreten, so bedurfte es bei weitem grö-ßerer Kraft und Entschlossenheit, als noch vor weni-gen Tagen genügt haben würde und die ihr selbst ingeringem Grade mangelte.

Die Frau, welche sie auf ihr Zimmer begleitete,diente schon lange im Hause, war schon Wärterindes Prinzen gewesen, den sie aus den Händen derAmme empfing und bis in sein Jünglingsalter auf-erzogen hatte. Er war der Gegenstand ihrer Liebe