Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
223
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de kamen, ihre Pflicht zu erfüllen. Man begab sichin den Conversationssaal. Die Braut war die Königindes Abends, der Abgott und das Opfer der Gesellschaft;Jedermann machte Ansprüche auf sie; einer bat umihr Gebet, der andere versprach, sie zu besuchen; derschwatzte von der und der Nonne, seiner Verwandten;der von einer andern, seiner Bekannten; der lob-te den reinen Himmel von Monza; der ließ seinerZunge freien Lauf über die Ehre, die ihr als Grund-herrin dort gebühre. Andere, die ihr noch nicht hat-ten nahen können, standen von fern und warteten miteiner gewissen Aengstlichkeit auf eine Lücke unter denBelagerern, um auch ihre Schuldigkeit abzutragen.Endlich verlor sich eins nach dem andern, zufriedenund ruhig, und Gertrud blieb mit ihrer Familie allein.

Nun," sagte der Fürst,habe ich doch denTrost gehabt, meine Tochter im Umgänge mit ihresGleichen zu sehen. Ich gestehe, sie hat sich trefflichbenommen und bewiesen, daß cs ihr keine Mühekosten wird, die erste Nolle zu spielen und die Würdeder Familie zu behaupten."

Man schnell zu Abend, um sich bei Zeitennicderzulegen und in der Frühe des anderen TagcSauf zu seyn.

Gertrud, betrübt, verdrießlich und zugleich auch einwenig stolz auf alle, den Tag über empfangene Huldi-gungen. erinnerte sich in diesem Augenblicke alles dessen,was sie von ihrer Kammerfrau erlitten hatte, und da