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haßte und daS ihr gegenseitig grollte, weil sie ihret-wegen auf unbestimmte Zeit zu dem lästigen Amteeiner Kerkermeisterin verdammt war und noch über-dieß Mitbewahrerin eines sehr gefährlichen Geheim-nisses. Der erste Aufruhr in Gertrudens Gefühlenstillte sich nach und nach; wie sie aber in ihrer Seelezurücktraten, wurden sie nur immer stärker und quäl-ten sie mehr als zuvor. Zn was konnte wohl jene'gc-fürchtete Strafe bestehen? Gertrudens warmer, ju-gendlicher Phantasie stellten sich die verschiedenartig-sten, seltsamsten dar. Die wahrscheinlichste schienihr, nach Monza ins Kloster wieder zurückgeführtund daselbst nicht mehr als Signorina« sondern alsVerbrecher»! behandelt, eingesperrt und wer weißwas sonst noch, zu werden. Welche Aufnahmestand ihr dort bevor! Was ihr diese schmerzenreicheTrübsal am allerempsindlichsien machte, war gewißdas Gefühl der Schaam. Die Worte und Ausdrückejenes unglückseligen Blattes wichen nimmer aus ihremGedächtnisse; sie bedachte, wie die unerwartete Lese-rin sie sicher betrachtet und abgewogen hatte, soganz anders als der würde gethan haben, zu dem sieals Antwort gelangen sollten; sie bedachte, wie dasBlatt ihrer Mutter, ihrem Bruder konnte zu Ge-sicht gekommen seyn, und dabei vergaß sie aller Furchtund Strafe. Auch das Bild desjenigen, der an demganzen unglücklichen Vorfälle Schuld war, trat zu-weilen vor der armen Gefangenen Augen, und es läßt