Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
205
Einzelbild herunterladen
 

205

gestattete, geltend, anderemale aber, nicht im Stan-de, ihre Befürchtungen und Wünsche einsam für sichzu ertragen, suchte sie demulhsvoll die Anderen auf,gewissermaßen um sie um Wohlwollen, Rath undErmuthigung anzusprechen. Unter diesen steten Un-einigkeiten mit sich und Anderen, verstrich ihr« Kind-heit und sie trat in das so bedeutungsvolle Alter, indem die Seele von einer geheimen Macht umfaßtscheint, welche ihre Neigungen und Gedanken auf-rusl, stärkt und ausfchmückt und sie zuweilen wohlauch umstürzt und mit plötzlichem Schlage verkehrt.

Was bisher Gerlrudens Traume von der Zukunftam meisten beherrschte, war äußere Herrlichkeit undPracht, jetzt aber knospete eine gewisse Wohllust undZärtlichkeit, die, wie leicht von Nebel umhüllt, in ihrgekeimt hatten, auf und drängten sich nach und nachin ihre Einbildungskraft Und Phantasieen. Sie hat-ten mit verborgenem Glanze in ihrem geheimsten In-nern geruhet und flüchteten sich auch aus der Gegen-wart dahin zurück. Da erstanden denn auch man-che sonderbare, nach Kindheit-Erinnerungen mangel-haft geformte Gestalten, aus dem Wenigen, wassie von der wirklichen Welt oder aus den Gesprächender Gespielinnen kannte. Sie ging mit ihnen um,unterredete sich mit ihnen und gab an ihrer StattAntwort; von dg aus entsandte sie Befehle und em-pfing Huldigungen jeder Art, Religiöse Gedankenstörten nur Men diese Hlavzesdm p»d emfigen Feste;