Geheimniß zu ahnden. So ging denn die Jntrigueihren Gang und würde vielleicht nie gestört wordenseyn, wäre Gertrud das einzige Kind im Kloster ge-wesen. Aber einige der andern Zöglinge wußten, daßsie dereinst verheiralhet werden sollten.
Gertruden waren lauter Gedanken an Herrschafteingeflößt, sie sprach immerfort in hochtrabendenAusdrücken von ihrer Zukunft als Aebtissin und Klo-stcrfärsti'n, und wollte durchaus allen Andern ein Ge-genstand des Neides seyn- Zu ihrem Staunen undAerger bemerkte sie, daß einige nichts weniger alssolche Empfindungen für sie hegten. Sie stellten denmajestätischen, aber beschränkten und kalten Bilderneiner Klosterregierung, die mannichfaltigen und glän-zenden der Ehe und des geselligen, weltlichen Lebensmit seinen Vergnügungen und Festen überhaupt ent-gegen und erregten dadurch in Gertrudens Seele einesolche Wallung, wie etwa ein mit frisch aufgeblühten,gepflückten Blumen gefüllter Korb, vor einen Bie-nenstock gesetzt, darin erregen würde. Ellern undErzieher hatten ihre natürliche Eitelkeit sorgfältig ge-nährt , um ihr das Kloster annehmlich zu machen;als aber auf diese Untugend solche, ihr weit näherliegende Ideen cinstürmten, wandte sie sich mit weitstärkerem' Feuer, eifriger und lebhafter zu ihnen. Umgegen die Gefährtinnen ihr Uebergcwicht ohne Unter-laß zu behaupten und doch den neuen Geist, welchersie ergriffen hatte, nicht zu verläugnen, erwiederte