Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
71
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leben. Der Pater Guardian ging mit ungezwungenerDemuth zu des Nobile Bruder, versicherte das ganze,hochberühmte Geschlecht seiner Dienstbeflissenheit undAchtung und gedachte der Neue Ludoviko's und seinesVorhabens. Er bemerkte mit Artigkeit, daß demGeschlechts dies genügen könne, und ließ mit noch grö-ßerer Feinheit einfließen, es möge nun der Fall seynoder nicht, die Sache sey abgemacht. Der Brudergerieth in Wuth, der Kapuziner ließ sie verrauchenund sagte von Zeit zu Zeit; „ Euer Schmerz ist ge-recht!" Dann erklärte der Bruder, er würde derFamilie in jedem Falle Genugthuung verschafft haben,und was auch der Mönch dabei dachte, er sagte nichtnein! Endlich verlangte er noch ausdrücklich, daßder Mörder sich ohne Verzug aus der Stadt entferne.Die Kapuziner hatten es ohnedem schon beschlossen,also versprach es der Mönch, ließ ihm den Glauben,es geschehe aus Gehorsam gegen ihn, und so warman einig.

Die Familie war zufrieden, daß man sie einerVerbindlichkeit entledigte; die Mönche hatten ihrenZweck erreicht, einen Menschen und ihre Privilegiengerettet zu haben, ohne sich Feinde zu machen; dieRitterschaft war zufrieden, daß die Sache auf eineehrenvolle Weise endete; das Volk, daß sein Schütz-ling gerettet wurde und zugleich eine EinkleidungStatt fand; und mekr als alle andere war Ludoviko selbstin seinem Schmerze zufrieden. Er begann nun ein