Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
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den ihrer Mutter. Die Freundinnen waren über sieentzückt und zwangen sie, sich sehen zu lassen. Siewehrte sich mit' jener etwas wilden bäurischen Ver-schämtheit , cherbarg das Gesicht hinter dem Ellenbo-gen, senkte den Kopf nach der Schnürbrust herab,schlug die langen, schwarzen Augenbrauen zu Boden,und konnte sich doch eines Lächelns nicht enthalten,Ihr schwarzes, auf der Stirn gescheiteltes, Haar floßnach dem Hinterkopfe in vielen Lockenringen herab,und war von einer Menge silberner Nadeln durchsto-chen, die sich wie die Strahlen einer Glorie zusammen-stellten und noch jetzt bei den Mailander-Landleutcnim Gebrauche sind. Ferner trug sie ein Halsband vonGranaten, die, von goldener Drahtarbeit durchflochten,mit goldenen Knöpfen abwechselten; einen brokkatenenBrustlatz mit Blumenwerk, mit aufgeschlitzten undmit seidenen Bändern zugebundcnen Aermeln; einenkurzen, floretseidenen Rock mit vielen, kleinen Falten;röthliche Strümpfe und gestickte seidene Pantoffeln.'In ihrem bescheidenen Antlitze malten sich alle hoch-zeitlichen Gefühle und eine leichte, etwas umschatteteFreude, die ihre Schönheit noch erhöh'te. Die kleineBettina schlich sich herein und in Luziens Nähe, gabihr schlau einen Wink und zischelte ihr dann den em-pfangenen Auftrag zu.Ich komme im Augenblickewieder;" sagte Luzia zu ihren Freundinnen und gingeilig hinab. Als sie Renzo's Unruhe und Bewegungsah, ahndete sie sogleich irgend ein Unheil und fragte