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scheinllch gar nicht. Nun gedachte er seine Flinte zunehmen, sich hinter eine Hecke zu verbergen und daso lange zu lauern, bis sein Opfer dereinst einmaleinsam vorüber wandle. Er vertiefte sich mit wah-rem Blutdurste in diesen Gedanken, hörte schon dieFußtritte, sah sich selbst schon den Kopf erheben, denBösewicht erkennen, anlegen, zielen, schießen undihn treffen, daß er zu Boden stürzte. Dann warfer ihm noch einen Fluch zu und lief, auf seine Si-cherheit bedacht, davon. — Und Luzia? — Kaumertönte dies Wort in seinem Innern mitten in dentrüben Fantasi'een, alsRenzo's besserer Geist erwachte.Er erinnerte sich der letzten Ermahnungen seiner El-tern, er erinnerte sich Gottes, der Jungfrau undaller Heiligen, dachte an den so oft schon genossenenTrost eines reinen Gewissens, an die Schrecknisse, dieihn jedes Mal, wo er von einem Morde hörte, um-fingen, und kam mit Abscheu, Reue und einer gehei-men Freude, daß bis jetzt alles nur Traum sei), vonjenen Blutgedanken zurück. Aber welch andere Ge-danken erregte nicht der einzige an Luzia! WelcheHoffnungen und Aussichten! Wie hatte ihm nicht dieZukunft, die er sich so sicher glaubte, zugelachelt und
dieser einzige, verwünschte Tag!-Wie sollte er
nun eine solche Nachricht mittheilen? Und was konnteer dann thun? wie Luzien, jenem Schändlichen zumTrotz, dennoch zur Seinigen machen? — Ein dü-sterer Schatten durchflog sein Inneres. — Nur eine