zugleich und zagend, aus: „Perpetua!" Endlichkam sie, mit einem großen Krautkopfe unterm Arme,ruhig und langsam an- Man kann sich denken, wel-ches Jammer- und Klagegeschrei nun losbrach, welcheBeschuldigungen und Vorwürfe, da nur sie allein ge-schwatzt haben könne, und welche Vetheuerungenvom Gegentheile. Endlich hieß Don Abbondio Per-pctuen die Thüre wohl verrammeln, keinen Fuß mehrhinaus setzen, und wenn Jemand klopfe, durch dasFenster antworten: der Pfarrer scy krank und liegezu Bette. Dann stieg er die Treppe hinauf, stöhntebei jeder Stufe: „ Mit mir ist'ö aus!" und legtesich nieder.
Renzo ging mit raschem Schritte nach Hause, oh-ne noch überlegt zu haben, was zu thun sey, aberentschlossen zu Allen,. Renzo war ein friedlicher, kei-nesweges blutdürstiger Mensch, aufrichtig und jedeHinterlist verachtend und hassend. In diesen Augen-blicken aber schlug sein Herz hoch in Mordlust auf,und er dachte nur darauf, den Verrath zu rachen.Gern wäre er sogleich zu Don Nodrigo gestürzt undhatte ihn bei der Gurgel gepackt, wäre sein Hausnur nicht eine Festung gewesen, von innen und außenvon Bravi umwacht, so daß nur die genauesten Freun-de und die Diener frei und ohne vom Kopfe bis zumFuße durchsucht zu werden, ein- und ausgingen, undein unbekannter Handwerker nicht, ohne den streng-sten Examen, Zutritt gefunden haben würde, er wahr-