Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
25
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beiter nach den benachbarten Staaten auswandertcn,wohin man sie mit Versprechungen von Vorrechten undguter Bezahlung zog, so hatten die Bleibenden im«merforl zu thun. Renzo besaß noch überdies einLandgütchen, das er in den Stunden, wo er nichtmit Spinnen beschäftigt war, selbst bewirthschastete,und sein Auskommen war sonach gesichert. Diese-Jahr war unfruchtbarer als frühere, es trat gewißTheuruNg ein; Renzo war aber, seitdem er Luzienliebte, guter Wirth, geworden und brauchte nicht umBrod besorgt zu seyn.. Er erschien vor Don Abbondioim höchsten Staate: einen buntfarbigen Federschmuckauf dem Hute, einen Dolch mit prächtigem Griffein der Hosentasche. Sein ganzes Aeußere hatte et-was Festliches und verrieth einen gewissen herzhaftenTrotz, den damals selbst die ruhigsten Menschen zeig-ten. Der ungewisse, geheimnisvolle Empfang DonAbbondio's stach sonderbar auffallend gegen das jugend-lich-entschlossene Wesen des Jünglings ab-

Was mag ihm denn in die Krone gefahrenseyn?" dachte Renzo bei sich; dann sagte er:Ichkomme, Herr Pfarrer, mich zu erkundigen, welcheStunde Euch die gelegenste ist, mit uns in die Kir-che zu gehen?"

Von welchem Tage sprichst du denn, meinSohn?"

Wie? von welchem Tage? Ihr erinnert EuchLoch noch, daß Heute dazu bestimmt ward?"