arme Don Abbondio behielt. einen Augenblick de»Mund offen wie verzaubert, .dann schritt auch er aufseinem Wege weiter, doch höchst verdrießlich undlangsam und eben in keinem angenehmen Gemüths-öustande.. '
Wir wissen schon, daß Don Abbondio nicht sehrlöwenherzig ist. Er hatte aber seit seinen ersten Le-bensjahren wissen können, daß das Wer am schlimm-sten daran, was klauen- und zahnlos und dochnicht geneigt sei, sich verzehren zu lassen. Das bloßeGesetz war zum Schutz eines ruhigen, harmlosenMenschen nicht mehr genügend. An Gesetzen, undStrafen gegen Gewaltthatigkeit fehlte es zwar an undfür sich nicht.- Die Gesetze trafen auch ziemlich derb,die Strafen waren aufgcfrischt, -und gingen in dieverstecktesten Falle ein, ja sie waren oft selbst übertrie,ben streng und überließen ohnedem noch der Willkührjedes Richters ihre Vergrößerung. Wer nur einiger-maßen die Rechte.studiert hatte, konnte fast ohn' alleHindernisse nach Gutdünken verdammen und losspce-chen, wie auch die harten Strafgesetze, gegen die Brav,darthatcn. Bei dem allen bewiesen aber alle die vie-len, verstärkten und neu ertheiltcn Befehle und Ver-ordnungen nichts, als der Regierungen Unkraft.Brachten sie Wirkung hervor, so war es sicher nurdie, die Drangsale und Leiden der Schwachen undFriedliebenden, so wie den Trotz und die Wildheitder Verbrecher zu mehren. Straflosigkeit war form-