Druckschrift 
3 (1828)
Entstehung
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lernt, dass man sich keine Schelle an den Fuß bindensoll, ohne vorher zu bedenken, was daraus werdenkönne." Und hundert andere Dinge.

Luzia fand das alles zwar nicht unwahr, cs schienihr aber doch nicht ganz zu genügen und sie glaubte,cs müsse noch etwas fehlen. Kraft beständigen An-hörens desselben Liedes, kraft jedesmaligen Ueberle-gens, sagte sie dereinst zu ihrem Sittenlehrer:Undwas habe ich denn gelernt? Ich habe das Unglück nichtselbst ausgesucht. Du müßtest denn sagen," fügtesie sanft lächelnd hinzu:mein Fehler sey gewesen,Dich lieb zu haben, mich mit Dir zu versprechen."Renzo war anfänglich verdutzt. Nachdem sie aberlange zusammen überlegt und gegrübelt hatten, ka-men sie überein, daß man sich das Unglück zwar oftselbst zuziehe; oft aber auch das allervorsichtigste,schuldloseste Betragen nicht vör ihm sichere, und wennes einmal- es sey verschuldet oder unverschuldet, da sey,Gottvertrauen es versüße und fruchtbringend machefür ein befferes 'Leben. Diese Folgerung gehört zwararmen Leuten an, scheint uns aber so wahr, daß wirnicht anstehen können, sie hier als Kern der ganzenGeschichte niedcrzuschrciben.

Hat die Geschichte dem' Leser gefallen, so sey erdeshalb dem Erzähler freundlich; hat sie ihm miß-fallen, so glaube er nur, daß sie nicht zu dem Endegeschrieben ward.

Ende.